SOMMERFRISCHE

UND DER BEGINNENDE TOURISMUS

 

Das Wort Sommerfrische bezeichnet sowohl die jahreszeitliche Übersiedlung aus der Stadt auf das Land als auch den Zielort (hier das 60 km nördlich von Berlin gelegene Barockschloss Meseberg).

Der vor allem im 19. Jahrhundert verbreitete Begriff „Sommerfrische“ wird im Wörterbuch der Brüder Grimm definiert als „Erholungsaufenthalt der Städter auf dem Lande zur Sommerzeit“ oder „Landlust der Städter im Sommer“.

Das Übersiedeln vom Quartier in der Stadt auf den Landsitz ist schon beim Adel in der Antike üblich gewesen. Die Gründe sind anfangs primär wirtschaftlich, der Adel hatte im Sommer den landwirtschaftlichen Betrieb zu betreuen, der die wirtschaftliche Basis seiner Herrschaft bildete. „Urlaubs“-Zeit war dann im Winter, wo die Landwirtschaft ruht. Man konnte in die Stadt übersiedeln und am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Daneben schätzte man aber auch, den im Sommer bedenklichen hygienischen Bedingungen der Stadt entkommen zu können.

Während der mittelalterliche Adel Europas eher aus politischer Notwendigkeit heraus zwischen verschiedenen befestigten Ansitzen wechselte, wurde in Kreisen der Aristokratie mit dem Aufblühen der Städte seit der beginnenden Neuzeit (Renaissance) der saisonale Wechsel von Stadtpalais (Winterschloss) in die Sommerresidenz wieder üblich. Ab der Industrialisierung ging der Brauch auf das gehobene Bürgertum über, das sich Landhäuser errichten ließ.

Das Wort selbst soll dem Italienischen entstammen, venetianisch spricht man davon, dass „der einzige zweck des spaziergangs zu sein scheint, frische und kühlung zu suchen. sie sagen nicht ‚spazieren gehen‘, sondern ‚prendere il fresco‘ (kühlung nehmen)“. Für das Deutsche ist frühe Verwendung aus dem Bozener Raum überliefert, wo die Bürger aus dem heißen Talkessel in die kühlen Sommerwohnungen des Mittelgebirges auf dem Ritten und nach St. Konstantin bei Völs am Schlern zogen:

„frisch(e), f. ebenda, das in diesem sinne schon aus dem 17. jahrh. bezeugt ist: wo die statt Bozen ire refrigeria oder frischen halten.“

Ab dem 19. Jahrhundert wurde Europa durch die Eisenbahn erschlossen, und das früher aufwändige, unbequeme und auch gefährliche Übersiedeln des gesamten Hausstandes zur Erholungsreise entfiel damit teilweise. Damit war ab Mitte des 19. Jh. die Sommerfrische fester Bestandteil des Sommerlebens der Aristokratie und des wohlhabenden Bürgertums, welches meist in dafür errichteten Saisonvillen verbracht wurde. Diese häufig unbeheizbaren Sommervillen waren oft von namhaften Architekten im sog. Heimatstil entworfen worden.
Wer sich keinen eigenen Sommersitz leisten konnte, quartierte sich in Gasthäusern und dann zunehmend Privatquartieren ein.

So sind Sommerfrische und der beginnende Tourismus eng miteinander verbunden, zur Unterkunft kommen dann auch die örtlichen Unterhaltungsangebote für die Sommerfrischler (Sommergäste), wie das vorher unbekannte Freibaden an Seen, Wandern oder Bergsteigen.

Ludwig Steub, der „Entdecker“ Tirols für den deutschen Norden, verwendete den Ausdruck in seinen Büchern und förderte so seine Popularisierung.

Wikipedia

 

Heute genügen vielen Städtern Tages- oder Wochenendausflüge – gerne kommod per Van – zur Sommerfrische. 

Vantastische Ausflugsfahrten reduzieren, aber ernüchtern nicht. Das kommt immer und überall gut an.

 

 

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Limitierte, aber komfortable Sitzplätze zur Sommerfrische können mühelos auf fast jede Art und Weise im Voraus gebucht werden:

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